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Die klassische Homöopathie basiert auf den folgenden 3
Grundprinzipien:
Prinzip der
Arzneimittelprüfung am Gesunden (AMP) 
Im in-vivo-Versuch werden alle Empfindungen und
funktionellen Störungen, die eine Einnahme der zu prüfenden Substanz
beim Gesunden hervorruft, beobachtet, genau beschrieben, protokolliert und
in einer Sammlung der Arzneimittelbilder (Materia medica) erfasst.
Die festgestellten Symptome indizieren dann nach dem Ähnlichkeitsprinzip
die Gabe dieser Substanz an den Kranken, der über eine analoge
Symptomatik berichtet.
Um die Gesamtheit aller Symptome aus den
Arzneimittelbildern zu ordnen, wurden von diversen Homöopathen
Symptomverzeichnisse (Repertorien) geschaffen. Als Grundlage der
klassischen Homöopathie gilt das von J. T. Kent zusammen mit einem Team
erarbeitete Kentsche Repertorium, das die Symptome nach dem sog.
Kopf-Fuß-Schema ordnet und das in verschiedenen Übersetzungen auch heute
noch in Kombination mit der Materia medica das unentbehrliche
"Werkzeug" der meisten praktizierenden Homöopathen ist. Eine
gesichtete und nach heutigen praxisorientierten Kriterien erarbeitete
Auswahl dieser Symptome und Symptom-Mittelbeziehungen ist auch Grundlage
der Datenbank von BZ-Homöopathie.
Ähnlichkeitsprinzip

Eine möglichst genaue Übereinstimmung (Ähnlichkeit)
zwischen dem Krankheitsbild (Summe der Symptome des Patienten) und dem
Arzneimittelbild (Summe der Symptome eines Mittels aus der Arzneimittelprüfung)
ist wesentliche Grundlage für die Wahl des richtigen Arzneimittels.
Der erste Schritt muss also sein, die Symptome des
Patienten zu erfassen. Nicht jedes geäußerte Symptom ist auch für die
Mittelfindung geeignet. Hahnemann hierzu in § 153 seines Organon:
"... sind die auffallenderen, sonderlichen, ungewöhnlichen und
eigenheitlichen (charakteristischen) Zeichen und Symptome des
Krankheitsfalles, besonders und fast einzig ins Auge zu fassen; denn vorzüglich
diesen müssen sehr ähnliche, in der Symptomenreihe der gesuchten Arznei
entsprechen, wenn sie die passendste zur Heilung sein soll. Die
allgemeineren und unbestimmteren: Esslust-Mangel, Kopfweh, Mattigkeit,
unruhiger Schlaf, Unbehaglichkeit usw., verdienen in dieser Allgemeinheit
und wenn sie nicht näher bezeichnet sind, wenig Aufmerksamkeit, da man so
etwas Allgemeines fast bei jeder Krankheit und jeder Arznei sieht."
Auch Kent betont in seinem Aufsatz "Was der Arzt wissen muss, um
erfolgreich verordnen zu können": "Um das heilende Mittel
richtig einsetzen zu können, muss der Zustand des betreffenden Patienten
bekannt sein. Und zwar durch die natürliche Sprache der Symptome.".
Kent führt weiter aus: "Der Patient sollte seine auffallendsten,
bemerkenswertesten, eigentümlichsten und charakteristischsten Symptome
und insbesondere die, welche von anderen Fällen derselben Krankheit
abweichen, angeben. Einfach zu sagen: 'Ich habe Kopfweh, Rückenschmerzen,
Ausschlag oder Husten' würde keinen Führer für die homöopathische
Mittelwahl abgeben. Derartige Feststellungen sind zu allgemein und führen
zu nichts. Es würde lediglich dabei herauskommen, dass man eins aus möglicherweise
100 Mitteln, die für die Zustände wie oben passen, wählen müsste.
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Wenn
Sie aber zu der allgemein gehaltenen Feststellung 'Ich habe Kopfweh' persönliche
Eigentümlichkeiten hinzufügen, wie 'scharfe, schießende Schmerzen in
der linken Kopfseite und Schläfe' vereinfachen Sie die Mittelsuche
erheblich. Wenn Sie ferner hinzufügen, dass die Schmerzen 'wesentlich
geringer sind, wenn Sie sich hinlegen und den Kopf warm einhüllen' und
'viel schlimmer, wenn Sie aufstehen und umhergehen oder wenn der Kopf kalt
wird', dann geben Sie gerade das an, was der Arzt zur Mittelwahl
braucht."
Prinzip der Dosierung

Nach der Bestimmung des Mittels aufgrund der Ähnlichkeitsregel muss im nächsten Schritt festgelegt werden, in welcher
Potenzierung,
Dosis (wie viel und in welchen Abständen) und Darreichungsform (vgl. auch
Herstellung
homöopathischer Mittel) die Arznei verabreicht werden soll.
Führt eine D-, C- oder Hochpotenz zum Erfolg? Die Meinungen der Homöopathen
gehen hier z. T. weit auseinander. Einige Autoren lehnen es überhaupt ab,
die Dosierungslehre als ein Grundprinzip der Homöopathie zu bezeichnen,
da Hahnemann selbst zunächst die Arzneien in der damals üblichen
Dosierung einsetzte. Der Begriff Potenzierung erscheint angeblich erstmals
1827 in einer seiner Veröffentlichungen. 1806 spricht er allerdings
bereits in seinem Aufsatz "Was sind Gifte?" von einer C15-Gabe.
1818 berichtete er von der Verreibung von festen Arzneistoffen mit
Milchzucker.
Theoretisch kann gelten, dass immer die die richtige
Potenzierung ist, die mit der geringsten Arzneigabe den besten Erfolg
erzielt. Einige Homöopathen vertreten auch die Auffassung, dass die Wahl
der Potenzierungsstufe zweitrangig ist, wenn erst einmal das Mittel der
Wahl gefunden wurde.
Oft liest man auch die Faustregel: bei akuten Erkrankungen nehme man tiefe
Potenzen (z. B. D4), bei chronischen Erkrankungen bzw. "alten"
Symptomen eher eine höhere Potenzierung (etwa D12 oder höher).
Die Dosis, insbesondere der Abstand, in dem die
Arzneimittelgabe erfolgt, hängt in der Regel mit der Potenzierung
zusammen. Während Hochpotenzen in größeren Abständen (evtl. nur
einmal) verabreicht werden, wird man niedrige Potenzen z. B. 3 mal täglich
oder, etwa bei hohem Fieber, sogar stündlich geben.
BZ-Homöopathie kann und will keine
Potenzierungsempfehlungen und Dosierungsvorschläge liefern. Aus den
Mittelinformationen des Programms können Sie lediglich entnehmen, in
welcher Potenzierung die Mittel von der DHU (Deutsche Homöopathie-Union)
lieferbar sind. Bei anderen Arzneimittelherstellern mag es Abweichungen
geben.
Der Patient sollte das Mittel, unabhängig von der
oralen Darreichungsform, im Munde bzw. unter der Zunge zergehen lassen um
eine sublinguale Resorption zu erreichen. Während der Behandlung sollte
er möglichst auf Genussmittel wie Kaffee, Tabak oder Alkohol verzichten
oder den Gebrauch zumindest wesentlich einschränken. Kent meint hierzu:
"Während der Medizineinnahme müssen jede andere Medizin, Hausmittel
und Patentmedizin ebenso wie von einem anderen Arzt verordnete Arzneien
fortgelassen werden. Gebrauchen Sie keinen Kampfer, kein Parfüm, keine
Einreibungen, kein Gurgelwasser oder Ähnliches. Eins davon könnte die
Wirkung des heilenden Mittels stören."
Nach dem Abklingen der Symptome erweist sich ein "Ausschleichen"
der Medikamentengabe, im Gegensatz zu einem abrupten Absetzen, oft als
sinnvoll.
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