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Hierarchisierung
Viele Homöopathen sprechen von verschiedenen Tiefen der
Symptomerhebung bzw. von unterschiedlichen Schichten der Ähnlichkeit und
dementsprechend auch von verschiedenen therapeutischen Schichten (vgl.
hierzu z. B. die bei der DHU kostenlos erhältliche Broschüre von Dr.
Martin Stübler "Das Erlernen der Homöopathie"). Die
ermittelten Symptome sollten also geprüft und geordnet (hierarchisiert)
werden.
Die Ordnung der Patientensymptome nach folgendem
Hierarchisierungsschema hat sich bewährt:
1. Auffallende, charakteristische Symptome aus allen
Bereichen
Ein Symptom kann auffallend an sich sein, es kann aber auch etwa durch die
Modalität (z. B. "Mein Schwindel ist schlechter bei sonnigem
Wetter."), Lokalisation, besondere Gefühle, Periodizität usw.
besonders charakteristisch sein.
2. Psychische Symptome
Einige Homöopathen stellen die psychischen Symptome sogar an die erste
Stelle. Hahnemann billigt ihnen die Rolle des "Zünglein an der
Waage" zu, wenn aufgrund der auffallenden Symptome mehrere Mittel in
Frage kommen (vgl. § 211 des Organon). Wichtige psychische Symptome, die
evtl. in die erste Hierarchisierungsstufe eingeordnet werden, sind z. B.
vom Patienten klar geschilderte Ängste.
3. Allgemeinsymptome
Hierunter sind relativ unklare Schilderungen einzuordnen, die meist den
Gesamtzustand betreffen (z. B.: "Mir geht es schlechter bei sonnigem
Wetter." - vgl. 1. Hierarchisierungsstufe). Manche Autoren sehen auch
Nahrungsmittel-, Schlaf-, Sexual- und Mensessymptome als Allgemeinsymptome
an, deren Bedeutung relativ geringwertig ist.
4. Lokalsymptome
Alle Symptome, die in keine der ersten Kategorien fallen.
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Grundsätzlich gilt:
- die Stärke eines Symptoms hat keinen
Einfluss auf
dessen Einordnung
- chronische und akute Symptome sollten nicht vermischt werden
- erst die akuten, dann die chronischen Beschwerden beheben.
Oft wird auch die Heringsche Regel zitiert:
Bei richtiger Therapie verschwinden die Symptome von oben nach unten, von
innen nach außen und in umgekehrter Reihenfolge des Auftretens.
Bei der Arbeit mit BZ-Homöopathie kann die
Hierarchisierung z. B. dargestellt werden, indem beim ersten
Repertorisationsdurchgang zunächst die Symptome der ersten bzw. der
ersten und zweiten, danach dann der nächsten Kategorie usw. verwendet und
jeweils die Veränderungen in der Auswertung analysiert werden. Sollen
Symptome besonders betont werden, können sie auch mehrmals in die
Repertorisationsliste aufgenommen werden. Die korrespondierenden Mittel
erhalten dann eine entsprechend höhere Wertigkeit.
Vor der Auswahl des für den individuellen
Krankheitsfall angezeigten Mittels sollte insbesondere der noch nicht sehr
erfahrene Anwender auf einen Vergleich mit den entsprechenden
Mittelbildern der in Frage kommenden Arzneien nicht verzichten.
Dr. von Keller schreibt hierzu in seinem Aufsatz "Lilium und die
Entstehung der Leitsymptome": "Nur dazu dient dieses primäre
Repertorisieren: uns ein paar Mittel aufzuzeigen, die wir im Hinblick auf
den Fall studieren können. Das Mittel, für das wir uns dann entscheiden,
ist oft nicht das mit der höchsten statistischen Wertziffer, ja, manchmal
ist es nicht einmal in allen Rubriken enthalten."
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